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Sanitätsreform: Durchwinken schadet der Gesundheit

poederandreaslandtagssitzungredestehend1113 w"Diese Sanitätsreform hätte vom Landtag verhindert werden müssen", ist der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, nach wie vor überzeugt.

"Die umstrittene Sanitätsreform der Landesregierung wird in dieser Sitzungswoche  im Landtag voraussichtlich von der SVP und dem Großteil der Opposition durchgewinkt und damit eine Entwicklung zum Schaden der Südtiroler Patienten eingeleitet", befürchtet Pöder.

"Es gab und gibt voraussichtlich keinerlei signifikanten Änderungen an der Sanitätsreform, weder hinsichtlich der Aushöhlung der kleineren Krankenhäuser noch hinsichtlich der Machtkonzentration und des aufgeblähten Verwaltungsapparats", so Pöder.

"Maulen und Durchwinken und sich mit einigen Peanuts an Änderungsanträgen zufrieden geben, wie dies beispielsweise die Grünen praktizieren, ist für die Patienten und für die Gesundheitsentwicklung in Südtirol kein politischer Gewinn", so Pöder.

"Im Trentino könnte sich die Mehrheit eine solche Sanitätsreform und eine solch arrogante Vorgangsweise an den Hut stecken."

"Aufgeblähte Verwaltung, Abbau der Krankenhäuser, mehr Kosten" sind einige der Hauptkritikpunkte des Abgeordneten der BürgerUnion an der Sanitätsreform von Landesrätin Martha Stocker.

"Die grösste Katastrophe wird mittelfristig der Abbau der kleineren Krankenhausstrukturen sein", so Pöder.

"Wie ich bereits im Sanitätsausschuss des  Landtages nicht müde wurde zu betonen, werden die kleineren Krankenhäuser von den Größeren geschluckt und früher oder später an Bedeutung verlieren."

"Die Sanität in Südtirol war noch nie so teuer wie  nach mittlerweile drei Jahren Sanitätspolitik der Landesregierung Kompatscher. In anderen Ländern würde eine Landesregierung mit einer derart katastrophalen Sanitätspolitik täglich öffentlich in der Luft zerrissen. Dreiviertel der Sanitätsreform betreffen den Generaldirektor, die Manager, das Führungsgremium, die Bezirksdirektoren, die Gehälter und die Machtfülle des Verwaltungsapparates im Sanitätsbetrieb. Dann geht es noch um die Zuständigkeiten der Landesregierung, die Finanzierung des Sanitätsbetriebes und einige technische Bereiche. Der wirklich die Patienten und Gesundheitsversorgung vor Ort betreffende Teil der Sanitätsreform ist jener, in dem aus sieben Krankenhäusern vier gemacht und die kleinen Krankenhäuser von den Großen verschluckt werden", so Pöder.

"Seit Amtsantritt der Landesregierung Kompatscher sind die Kosten des Südtiroler Sanitätswesens um 130 Millionen Euro angestiegen und die Leistungen gesunken.

Geburtenabteilungen wurden geschlossen, Krankenhausbetten abgebaut, Primariate gestrichen, die Bezirkskrankenhäuser werden ausgeblutet, es herrscht ein Mega-Ärztemangel, die Wartezeiten steigen und gleichzeitig steigen die Sanitätskosten in Südtirol in nur drei Jahren um 130 Millionen Euro an."

A) Aufgeblähte Verwaltung: 

Der Gesundheitsbezirke abschaffen nicht noch verwaltungsmäßig ausbauen.

Fehler von Anfang an. Es wurden aus 4 Sanitätsbetrieben fünf gemacht - also Sabes + 4 Gesundheitsbezirke.  Bezirksdirektionen braucht es nicht. Sind nur zusätzliche Verwaltungswege und Verwaltungsposten, haben keine positiven Auswirkungen auf Erhalt der peripheren Strukturen und keine positiven Auswirkungen für die Patienten.

Dann: Das neue Führungsgremium aus Sabes + Bezirksdirektionen + Bezirksgemeinschaften - noch ein Gremium - was soll das bringen?

Also weg mit den Bezirksdirektionen, weg mit dem neuen Führungsgremium, Sabes-Führung + Krankenhausverwaltungen +  bereits existierende Sprengel reichen.

Die Bezirksdirektionen haben zu teuren Mehrgleisigkeiten und enormen Fehlentwicklungen geführt - siehe z.B. Katastrophe in der Digitalisierung - kein einheitliches EDV-System etc.

B) Ärztemangel: Die Problem die gelöst werden müssen:

- geringe Facharztvergütung - also hier Verbesserung - die oberen Ärzteetagen verdienen genug, die unteren nicht.

- begrenzte und schlecht finanzierte Möglichkeiten zur Facharztausbildung für Jungärzte - besserstellen

- Mutterschaftsregelung - Teilzeitregelung für junge Ärztinnen - immer noch schlecht - an Österreich angleichen

- zu geringe persönliche Entwicklungsmöglichkeiten - das wird durch die Aushöhlung der peripheren Krankenhausstrukturen noch schlimmer.

es braucht

Wettbewerbsfähige Vertrags- und Vergütungsstrukturen;

- Zielorientierte Prozess- und Entscheidungswege (Bewerbermanagement,

Mitarbeiterbindung);

-  Anpassungen der Voraussetzungen zur Arbeitsaufnahme;

-  Etablierung eigener Facharztausbildungsmöglichkeiten;

- Überdenken der Führungsstrukturen und der beruflichen

Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des SABES (Personal- und

Führungskräfteentwicklung).

C) Steigende Kosten eindämmen

Bevor wir vom Senken der Kosten reden, müssten wir die Landesregierung wieder auf den Weg der Eindämmung der Kosten bringen.

Es kann nicht sein, dass bei geringeren Leistungen und geschlossenen Abteilungen und abgebauten Betten 130 Mio. Mehrkosten verursacht werden.

- Also: Beginnen wir wieder bei Punkt A) Unnötige und nur postenschaffende Verwaltungsstrukturen abbauen.

- Durch Vereinheitlichung der EDV-Lösungen können mittelfristig auch Kosten eingespart werden.

- Die Frage muss erlaubt sein: Ob es wirklich den Mega-Komplex des neuen KH Bozen um 630 Mio. Euro braucht.

 - Die Aufwertung der Basisärzte (nicht nur durch Gehaltsdiskussionen sondern auch die faktische Ausstattung z.B. mit gemeinsamen Ambulatorien in den Sprengeln) würde mittelfristig zur deutlichen finanziellen Entlastung der Krankenhausstrukturen und der Sanität insgesamt führen.

- Dann diskutieren wir über die Überlastung des Südtiroler Sanitätswesens mit Patienten von Außerhalb - ich meine hier die vielen Patienten aus Italien - die hier für Peanuts (Sanitätsticket) behandelt werden  und unser Gesundheitssystem verteuern und zusätzlich für lange Wartezeiten sorgen.  Aufgrund unseres Finanzierungssystem zahlten die Südtiroler über die Steuern das Gesundheitswesen selbst. Das Sanitätstickets ist dabei nur eher eine Zusatzzahlung, die ein paar Millionen bringt. Warum aber soll ein Südtiroler über die Steuern ein Gesundheitswesen finanzieren, noch dazu ein Ticket bezahlen und der Mailänder kann sich hier fast kostenlos (lächerliches Ticket) behandeln lassen, ohne hier seine Steuerleistung zu erbringen. Wohlgemerkt: Wir Südtiroler finanzieren unser Gesundheitswesen selbst, der Mailänder zahlt da nichts dazu.

Also muss hier auch irgendwann ein Riegel vorgeschoben werden - wer sich hier als Nicht-Ansässiger behandeln lässt, muss entweder ordentlich dazuzahlen, aber richtig, Außer er hat gerade hier Urlaub gemacht und z.B. einen Herzinfarkt bekommen, einen Skiunfall oder sonst einen Unfall gehabt..

Bei den Gesundheitsbezirken geht es vor allem um die Bezirksdirektionen.

Die Einsparungen würden einerseits daraus resultieren, dass man die Verträge (das sind bei den Führungsebenen keine Anstellungen) hätte jetzt auslaufen lassen können. Aber die wesentlich größeren Einsparungen würden aus kürzeren Verwaltungswegen, Zusammenlegung von Bestellungen etc. resultieren.

Die dezentrale Struktur Krankenhäuser und Sprengel wäre dadurch nicht in Frage gestellt - im Trentino gibt es auch keine Bezirksdirektionen. Die Bezirksdirektionen wurden nur beibehalten, um damals im Zuge der Zusammenlegung 4 Sanitätsbetriebe zu einem nicht die ehemaligen Generaldirektoren zu verärgern.

Man hat in Südtirol einen halben Schritt gemacht und jetzt wiederholt man den Fehler.

Ich war damals der Meinung: Entweder 4 Sanitätsbetriebe belassen oder einen wirklich echten einheitlichen schaffen.

Wer sich intensiver mit der Verwaltungsstruktur beschäftigt merkt, dass die Gesundheitsbezirks-Direktionen kein Schutzfunktion für die peripheren Krankenhäuser haben sondern einfach ein zusätzlicher teurer Verwaltungsweg sind. Die Angestellten würden sowohl in der Zentrale als auch in den KHs-Gebraucht. Die Abschaffung würde aber teure lange zusätzliche unnötige Verwaltungswege abschaffen, abgesehen von den Gehältern der Bezirksdirektions-Chefs.

Die Bezirksdirektionen konnten ja auch die Schließung der Geburtenstationen nicht verhindern. Deren Erhalt ist also reine Augenauswischerei.

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